Büchertipps

Buchtipps einer Userin inklusiver ihrer eigenen Einschätzung, Bewertung nach Brauchbarkeit

Buchtitel: Zieh dich schon mal aus, ich hol inzwischen den Stock
Versuch einer Aufarbeitung von der Autorin Anne Karedig erschienen im Fischerverlag 1991

Taschenbuchformat ISBN 3-596-10382-7 / 144 Seiten cirka 5-6 Euro

 

Über dieses Buch Beziehungslosigkeit, Ängste, Depressionen und die Unfähigkeit, den eigenen Körper zu akzeptieren, stellen die Autorin ständig vor neue Probleme. Erst als die Schwierigkeiten unerträglich geworden waren,

fand sie den Mut, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Sie hat im Rahmen einer Therapie den Versuch gewagt, die Beziehung zu ihrem Verstorbenen Vater zu klären: den eigenen Charakter, das eigene Wesen von dem zu trennen, was ihr als Kind rücksichtslos aufgezwungen worden ist.

Die undifferenzierte, kritiklose Liebe des Kindes weicht wie sein verdrängter Hass einer realistischen, unabhängigen Einschätzung.

Das größte Hindernis für die Aufarbeitung war die Sprachlosigkeit.

Das sexuell missbrauchte und geprügelte Kind verstummt und findet auch als erwachsene keine Worte. Es kann und will sich nicht mitteilen. Wozu denn auch? Es weiß, das es keine Hilfe findet. Es steht allein, von den gleichaltrigen durch seine Erfahrungen isoliert, voller Angst und Misstrauen

gegen Erwachsene. Dieser tiefe, grundlegende Vertrauensverlust, die Hilflosigkeit, Ohnmacht und Wut des Kindes werden neu erlebt und von der Erwachsenen trotz aller Ängste durch eine offenere, lebensbejahende Haltung ersetzt

Die Autorin Anne Karedig wurde 1949 bei Bielefeld geboren. Sie studierte Betriebswirtschaft und lebt heute als selbstständige Handelsvertreterin in

Regensburg.

MIR hat das Buch und die Offenheit, weil ich mich in Vielem wieder gefunden habe, sehr geholfen mir meine eigenen Erlebnisse anzuschauen. Es ist kommt vollkommen ohne Opferpathos und zerreißende Wut aus. Allerdings muss ich gestehen, dass es für mich damals starker Stoff war, heute würde ich sagen -es triggert-

 

Buchtitel: Weh dem, der mich berührt- Bewältigung eines Inzesttraumas

Autorin Anne Karedig erschienen im Fischerverlag 1994

Taschenbuch ISBN 3-5961-1844-1/ cirka 119 Seiten /cirka 5-6 Euro

Über das Buch: Misshandlungen und sexueller Missbrauch durch den geliebten Vater haben das Leben der Autorin fast -aber nur fast zerstört. Aber nicht der Inzest selbst sonder seine Folgen und seine Überwindung stehen im Mittelpunkt dieses erschütternden Berichtes. Anne Karedig wusste immer, dass sie als Kind von ihrem Vater brutal geschlagen worden war. Sie schildert die Auswirkungen dieser Erlebnisse auf ihre Sexualität und das Verhältnis zu ihrem Mann. Doch erst als ihre Ehe zu zerbrechen droht, setzt sie sich nochmals mit den Problemen auseinander. Angeleitet von einem Therapeuten,

geht sie zurück, überprüft aufs Neue die Beziehung zu ihrem verstorbenen Vater und findet trotz heftigen inneren Widerstandes Szenen und Bilder, die eindeutig sexuell sind.

Immer wieder versucht Anne Karedig, diese frühen Erlebnisse umzudeuten und zu verharmlosen; zu schwierig erscheint die Aufgabe, sich der Realität der Vergangenheit zu stellen, zu überwältigend sind Angst und Schuldgefühle. Erst im Verlauf der Gespräche wächst ihr Selbstbewusstsein und damit auch die Kraft, die bedrohlichen Szenen objektiv zu sehen und einzuordnen. Mit den klaren Erinnerungen kann dann ein Schlussstrich gezogen werden.

Es ist ein ehrlicher Bericht, der Mut macht, sich der eigenen Geschichte zu stellen, darüber zu reden und sie zu verarbeiten

Super Buch, mir haben beide Bücher dieser Autorin geholfen, Mut gemacht,

mich zum weinen gebracht - somit konnte ich beginnen auch über mich zu trauern, gut triggern tun sie , jedoch war die Hilfe auf jeden Fall für mich größer durch sie ,sehen und erkennen was bei uns los war, da ich mich in beiden in machen Situationen ,Gedanken und Gefühlen wieder gefunden hab.

 

Buchtitel : Lügen Leben - Die erschütternde Geschichte einer gutbürgerlichen Kindheit von der Autorin Charlotte Gerber

erschienen im Deutscher Taschenbuch Verlag 1995 /ISBN 3-423-30472-3 / 175 Seiten cirka 6-7 Euro

Über das Buch: Eine scheinbar anständige, gutbürgerliche Beamtenfamilie in Bern. Aber der Schein trügt: Es ist ein Leben voller Lügen, eine traumatische Kindheit voller Schmerz. "Unsere seelischen Hände waren leer. Denn wir gehörten unseren Eltern. Wir waren ihr Eigentum." schreibt die Autorin in ihrem erschütternden Bericht über ihre ersten sechzehn Lebensjahre.
Sexueller Missbrauch und Gewalt waren Normalität: Als dreizehnjähriges Mädchen wurde sie von den Eltern an einen "Freund der Familie" als "Gegenleistung" für einen Österreich - Urlaub regelrecht "verkauft".
Der Vater war ein Masochist, der sich hinter verschlossenen Türen von der Mutter auspeitschen ließ. Ihr Bruder beging schließlich Selbstmord.
Verlogene und krankmachende Familienstrukturen, die Charlotte Gerber schichtweise freilegt, die aufrütteln und aufmerksam machen auf das, was hinter der Fassade äußerer Wohlanständigkeit steckt. Die Familie ist nicht immer der Ort der Geborgenheit, und keiner weiß um das stumme Leiden der Kinder.
Wie drei Kinder kannten nur dieses Haus, diesen Garten, diese Eltern,
dieses Gefängnis. Wir bekamen die Türe geöffnet, um zu vollbringen,
was unsere Eltern von uns haben Wollten: Gehorsam.

"Das Buch ist ein harter und provokativer Denkanstoß"
(Der schweizerische Beobachter)

Über die Autorin: Charlotte Gerber, am 28.September 1935 in Bern geboren, ist diplomierte Sozialarbeiterin, Volks- und Berufsschullehrerin, sowie passionierte Malerin. Sie lebt heute in Loco im Tessin


Dieses Buch hat mir viele Lügen wie ein Spiegel vorgehalten ,welche ich von meinen Eltern eingepflanzt bekommen habe ,mit mir rumgetragen hab ohne sie zu erkennen, hat mir geholfen sie überhaupt erst mal wahrzunehmen und aufzudecken. Ich hatte mich so gewundert das ich mir vieles von dem was ich da las und kannte, mir nicht einmal bewusst war.

 

Buchtitel: Tochterfrau nannte er mich -Geschichte eines Missbrauchs

Autorin Jule Wolf erschienen im Fischer Verlag 1994 /190 Seiten/ cirka 8 Euro

ISBN 3-596-11868-9

Über das Buch: Wie ist es, sich als Erwachsene an den sexuellen Missbrauch durch den Vater zu erinnern? Jule Wolf erzählt, wie sie sich ihrem traumatischen Erfahrungen allmählich wieder entsinnt und welche Erschütterung dies für sie bedeutet. Ihr Bild von sich und ihrer Familie zerbricht. Eine bewegende, glaubwürdige autobiographische Erzählung.

Ein zehnjähriges Mädchen wird Vergewaltigt. Verstört läuft sie nach Hause, wäscht sich, wechselt die Kleider und schweigt. Wem könnte sie vertrauen?

Dem Vater, der sie seit Jahren sexuell missbraucht? Der Mutter, die davon nichts wissen darf? In dieser autobiographischen Erzählung wird das symbolische "innere Kind" Wirklichkeit und trifft auf die Autorin, deren Erinnerungen scheinbar gelöscht sind. Ein spannender Dialog beginnt....

Ihr Bild von sich und ihrer Familie zerbricht nach und nach und gibt den Blick auf die Signale, die Hoffnungen und Enttäuschungen eines Mädchens frei, das jahrelang den sexuellen Übergriffen des Vaters ausgeliefert war.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte sowohl aus der Sicht und in der Sprache eines Kindes bzw. einer Jugendlichen als auch aus der Perspektive einer Inzestbetroffenen und engagierten Pädagogin.

Wechselnde Erzählebenen und Zeiten machen den Text lebendig und sorgen für kritischen Abstand ebenso wie für eine intensive Annährung an die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs.

Jule Wolf ist ein Pseudonym. Die Autorin, geboren 1965, arbeitet als Erzieherin und studierte Diplompädagogik

 

Ein gutes Buch, es werden viele Alltagssituationen aus der Sicht eines Kindes wieder gegeben, viele dürften manch eine wieder erkennen und sogar sagen "ja das stimmt, so ging es mir auch dabei"...

 

Buchtitel: Das Bestgehütete Geheimnis Sexueller Kindesmissbrauch

von der Autorin Florence Rush erschienen im Orlanda Frauenverlag 1991

ISBN 3-922166-11-3 Taschenbuch 259 Seiten (mit Adressen)

Preis weiß ich nicht ist vom Flohmarkt

 

Über das Buch: Florence Rush setzt sich engagiert gegen sexuellen Missbrauch

an Mädchen und Jungen ein. Sie stellt die Problematik in einem historischen

Kontext dar, beleuchtet die "Tradition" der sexuellen Ausbeutung von Kindern unter Beihilfe von Gesetzen, unter dem Deckmantel der Religion, als Kinderpornographie und Kinderprostitution anrüchig und doch "gesellschaftsfähig". Auch Freuds Manöver, die Realität von Frauen und Mädchen mit seiner Theorie ins Reich der Phantasie abzuschieben, wird unter die Lupe genommen.

Ein klar verständliches Buch, das sexuellen Missbrauch im historischen und gesellschaftlichen Zusammenhang zeigt und so die Individualisierung des Problems verhindert

Ich fand es sehr interessant, es zeigt, dass es schon immer gesellschaftsfähig war, ebenso fand ich es mal gut das Thema in solchen Zusammenhängen mal aufgezeigt zu bekommen.

 

Buchtitel: Protokoll einer Abhängigkeit

von Claire - ist ein Pseudonym - erschienen im Piper Verlag 2003
Taschenbuch ISBN 3-4922-3785-1 / 128 Seiten für 7,90 Euro

Gibt´s mittlerweile auch als Hörbuch für um die 16,90 Euro

Über das Buch: Claire ist noch ein kleines Mädchen als sie dem Metzger zum ersten Mal begegnet. Die Bekanntschaft hat fatale Folgen, denn es kommt nicht nur zum Missbrauch, sondern auch zu einer jahrelangen Abhängigkeit, zu großen Schuldgefühlen und zu grenzenloser Einsamkeit.
Dreißig Jahre später sind die seelischen Narben zwar verblasst, aber Claire entschließt sich zur Konfrontation mit dem Metzger und mit sich selbst,
weil sie endlich beginnen will für sich Verantwortung zu übernehmen.


 

Tolles Buch, offen und ehrlich sind ihre Gedanken, Gefühle und Schuldgefühle beschrieben, ebenso wird der Teufelskreis der (gegenseitigen) Abhängigkeit aufgezeigt, Opfer und Täter sind ganz anders als in vielen anderen Büchern dargestellt. Sie kommen überhaupt nicht klischeehaft rüber.

 

 

Buchtitel: Lasst Euch nicht benutzen! -Sexuellen Missbrauch erkennen, verhindern,

beenden von der Autorin Constanze Elsner

erschienen im Fischer Verlag 1999


ISBN 3-596-14018-8 / 342 Seiten mit Anhang / cirka 10 Euro

Über das Buch: Beinahe täglich erreichen uns Schreckensmeldungen über Kinder, die sexuell missbraucht wurden. Es wird nach Gründen für die Grausamkeiten der Täter gesucht, unterschiedliche Strafen werden diskutiert.

Zu einem sinnvollen Ergebnis ist bisher kein Gremium, keine Partei gekommen. Eines ist aber klar: Dabei kann man es nicht belassen.

Constanze Elsner bezieht in ihrem vom Weißen Ring unterstützten Buch klar Stellung zu diesem Thema. Sie fordern Opferschutz statt Täterschutz.

"Wie können wir unsere Kinder schützen?" fragen viele Eltern.

Kinder stark machen heißt die Antwort der Autorin, In den meisten Fällen stammen die Täter aus der Familien- oder Bekanntenkreis, was es den Kindern sehr schwer macht, sich zu wehren. Die Autorin setzt an der entscheidenden Stelle an: der Stärkung der potentiellen Opfer.

Der Band richtet sich daher auch ausdrücklich an Kinder und Jugendliche.

In einer verständlichen Sprache schildert die Autorin typische Missbrauchsituationen und zeigt den Betroffenen anhand konkreter Tipps, wie sie sich erfolgreich wehren und den Missbrauch beenden können.

Über die Autorin: Costanze Elsner Jahrgang 1949, ist freie Journalistin und Autorin. Sie nimmt sich vorwiegend sozialpolitischen Themen an.


Sorry mir hat das Buch nicht so zugesagt, 1 meiner Ansicht ist es nicht für Kinder unter 13-14jahre verständlich, ebenso verliert sie sich all zu oft im anprangern andere Institutionen - alle sind Mittäter, helfen nicht außer sie und ihre empfohlenen Partner. Ebenso frage ich mich, ob sie wirklich verstanden hat, was in einem Kind dem Täter gegenüber vorgeht. Wie gesagt ich hoffe das darf man sagen - das Geld ist für Missbrauchopfer ins Eisessengehen besser investiert.

 

 

Buchtitel: Die Tür Dahinter

von der Autorin Christiane Rochefort erschienen im Suhrkamp Verlag 1993

Taschenbuch ISBN 3-518-38660-3 / cirka 140 Seiten /cirka 7-8 Euro

Über das Buch: Auch diesmal spricht die Autorin über Dinge, über die man nicht spricht. Zumindest nicht in dieser Familie, die auf sich hält, die wissen, was sich gehört, nach außen hin und auch untereinander.

Es wäre doch, zum Beispiel, im höchsten Maße unzulässig, wollte die Mutter wahrnehmen, was sich hinter ihrem Rücken, hinter der Tür dahinter ereignet,

wenn sich ihr Mann, der Vater der gemeinsamen Tochter, an ebendieser Achtjährigen "vergreift", nicht etwa einmalig und versehentlich, sondern mit einer sich eingespielten Regelmäßigkeit, über die Jahre hin. Da der Vater weiß, dass seine Frau, die Mutter, aus dem Fenster spränge, erführe sie, was hier vorgeht, herrscht "das schöne Schweigen".

"Aus dem Blickwinkel des Opfers beschreibt Christiane Rochefort in kurzen, eindringlichen Sätze das ganze Elend und die zwingende Unausweichlichkeit dieser Geschichte eines Inzestes - eine Geschichte für Mütter und Töchter."

EMMA

Über die Autorin: Christiane Rochefort, 1917 in Paris geboren, begann ihre schriftstellerische Laufbahn 1945 zunächst als Journalistin.

Die Autorin wurde für diesen Roman mit dem Prix Medicis ausgezeichnet.


Ein sehr lebendiges Bucherlebnis, die dazu gedachten Gedanken und Bilder wie es hätte ebenfalls ausgehen können wechseln sich immer in einer kleinen Geschichte gegenseitig ab ,Die Geschichten sind immer 2-6 Seiten lang mit einer Überschrift. Das Mädchen berichtet alles in der Ich-Form und manchmal hat das Mädchen eine Kaltschnäuzigkeit an den Tag gelegt welche mich trotz des schwierigen Themas zu schmunzeln gebracht hat. Hat mir wirklich gut gefallen.

 

 

Beratungsstellen:

Beratungsstelle für Frauen
90 Nürnberg
Tel. 0911/3788878
Hilfe für Frauen in Not

Frauenhaus
90 Nürnberg
Tel:0911/333915

Kinderschutztelefon
90 Nürnberg
Tel:0911/163333

Psychosoziale Beratungsstelle
Obstmarkt 28
90403 Nürnberg
Tel:0911/2354-0
Tr; Cartitasverband

Sozialpsychiatrischer Dienst
Julius-Schiedler Haus
Pirckheimerstr. 16
90408 Nürnberg
Tel:0911/354193
Tr; Stadtmission Nürnberg e.V.

Wildwasser Nürnberg e.V.
Beratungsstelle für sexuell mißbrauchte Mädchen und Frauen
Rotritzerstr. 22/Rgb.
90419 Nürnberg
Tel:0911/331330

Beratungsstelle für Kinder Jugendliche und Eltern
Adam-Klein-Str.83
90429 Nürnberg
Tel:0911/269654
Tr; Deutscher Kinderschutzbund e.V.

Feministisches Frauengesundheitszentrum e.V.
Fürtherstr. 154/ Rgb.
90429 Nürnberg
Tel:0911/328262

Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen-Büro Nürnberg
Hillerstr. 6
90429 Nürnberg
Tel:0911/320747
Tr; Regionalzentrum f. Selbsthilfegruppen Erlangen-Nürnberg-Fürth e.V.

Notruf und Beratung gegen Vergewaltigung Frauen und Mädchen e.V.
Dilherstr. 5
90429 Nürnberg
Tel:0911/284400
(Prozeßbegleitung)

Schlupfwinkel-Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Not
Bauerngasse 24
90443 Nürnberg
Tel:0911/267799
Tr; Schlupfwinkel e.V.


An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an die Userin.

Hauptseite